parlament der 7 dörfer
guard



land art, aushub,teile eines holzbootes rumpf, mast
striesow wurde erstmals im 15. jahrhundert urkundlich erwähnt. der ortsname leitet sich vom niedersorbischen wort straža ab und verweist auf seine ursprüngliche funktion als „wachdorf“.
ein aktueller archäologischer fund – der rumpf eines historischen bootes – verleiht dieser wächterrolle eine materielle dimension. die überreste wurden auf einem hügel in der spreeaue freigelegt, der mast rekonstruiert und wieder aufgerichtet.
die geschichte der lausitz reicht zurück bis zu den ersten zivilisationen in diesem gebiet. ein antiker, apokrypher text, der von den „wächtern“ berichtet, steht im zusammenhang mit dem hügel, der im volksmund engelsberg genannt wird. derselbe text (das buch henoch) erzählt, dass die „wächter“ engel seien, die auf die erde gesandt wurden, um über die menschen zu wachen.
als nun auf dem hügel archäologische untersuchungen begannen, kamen die überreste eines bootes zum vorschein. der hölzerne bootsrumpf mit einem mast in form einer nach oben gerichteten schlange (überreste des mastes wurden neben dem boot gefunden) untermauert die theorie, dass die „wächter“ einst dem flussbett der spree entlang patrouillierten und die umliegenden dörfer vor herannahenden überschwemmungen warnten. das schlangensymbol erscheint in der lausitzer kultur von anbeginn an als sinnbild eines wachsamen tieres.
dieser charakteristische teil striesows, als dorf der wachsamen menschen, die gemeinschaftlich mancher natur- oder menschengemachten gewalt entgegentraten, wird nun wieder sichtbar: der mast, an seinem ursprünglichen platz aufgestellt, markiert den hügel als ort der erinnerung an die widerstandskraft der dorfgemeinschaft.
parlament der 7 dörfer
ist ein projekt von tohu&bohu (reiner maria matysik, daria wartalska-matysik, prisca wüst)

