25.04 straža / strjaž

parlament der 7 dörfer

guard

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wächter
land art, aushub,teile eines holz­boo­tes rumpf, mast
strie­sow wur­de erst­mals im 15. jahr­hun­dert urkund­lich erwähnt. der orts­na­me lei­tet sich vom nie­der­sor­bi­schen wort straža ab und ver­weist auf sei­ne ursprüng­li­che funk­ti­on als „wach­dorf“.
ein aktu­el­ler archäo­lo­gi­scher fund – der rumpf eines his­to­ri­schen boo­tes – ver­leiht die­ser wäch­ter­rol­le eine mate­ri­el­le dimen­si­on. die über­res­te wur­den auf einem hügel in der spree­aue frei­ge­legt, der mast rekon­stru­iert und wie­der aufgerichtet.

die geschich­te der lau­sitz reicht zurück bis zu den ers­ten zivi­li­sa­tio­nen in die­sem gebiet. ein anti­ker, apo­kry­pher text, der von den „wäch­tern“ berich­tet, steht im zusam­men­hang mit dem hügel, der im volks­mund engels­berg genannt wird. der­sel­be text (das buch henoch) erzählt, dass die „wäch­ter“ engel sei­en, die auf die erde gesandt wur­den, um über die men­schen zu wachen.
als nun auf dem hügel archäo­lo­gi­sche unter­su­chun­gen began­nen, kamen die über­res­te eines boo­tes zum vor­schein. der höl­zer­ne boots­rumpf mit einem mast in form einer nach oben gerich­te­ten schlan­ge (über­res­te des mas­tes wur­den neben dem boot gefun­den) unter­mau­ert die theo­rie, dass die „wäch­ter“ einst dem fluss­bett der spree ent­lang patrouil­lier­ten und die umlie­gen­den dör­fer vor her­an­na­hen­den über­schwem­mun­gen warn­ten. das schlan­gen­sym­bol erscheint in der lau­sit­zer kul­tur von anbe­ginn an als sinn­bild eines wach­sa­men tieres.
die­ser cha­rak­te­ris­ti­sche teil strie­sows, als dorf der wach­sa­men men­schen, die gemein­schaft­lich man­cher natur- oder men­schen­ge­mach­ten gewalt ent­ge­gen­tra­ten, wird nun wie­der sicht­bar: der mast, an sei­nem ursprüng­li­chen platz auf­ge­stellt, mar­kiert den hügel als ort der erin­ne­rung an die wider­stands­kraft der dorfgemeinschaft.
par­la­ment der 7 dör­fer 
ist ein pro­jekt von tohu&bohu (rei­ner maria maty­sik, daria war­tals­ka-maty­sik, pris­ca wüst)