26.02 sextinction

zentrum für aktuelle kunst berlin

was im grunde keinen namen hat
oder: die neuerfindung der natur

sextinctionsextinctionsextinctionsextinctionsextinctionsextinctionsextinctionsextinction sextinctionsextinctionsextinctionsextinctionsextinction
rei­ner maria maty­sik (* 1967 in duis­burg) nutzt für sei­ne spe­ku­la­ti­ve bio­lo­gie der zukunft instru­men­ta­ri­en aus natur­wis­sen­schaft und bil­den­der kunst. erfas­sung, beschrei­bung und klas­si­fi­zie­rung gehö­ren eben­so zu sei­ner künstlerischen pra­xis wie camou­fla­ge, täu­schung und iro­nie. model­le pos­te­vo­lu­tio­nä­rer spe­zi­es von wuchern­der form las­sen erken­nen, dass das bio­lo­gi­sche des men­schen – hier um das (un-)logische ergänzt – eine sack­gas­se auf dem weg in die zukunft ist und nur in der ver­schrän­kung und trans­for­ma­ti­on mit ande­ren phy­ti­schen, ani­ma­li­schen oder bio­fak­ti­schen lebens­rea­li­tä­ten als anti­bio­lo­gie überleben kann. im nach­den­ken über die dis­zi­pli­nen ent­wirft der künstler uto­pi­sche sze­na­ri­en für eine zukunft des mensch­li­chen jen­seits des men­schen. nur als hybrid und pos­te­vo­lu­tio­nä­rer sym­bi­ont (don­na hara­way) ist – nicht nur für maty­sik – zukünftiges mensch­li­ches leben vor­stell­bar. um sol­che vor­stel­lun­gen berei­chern uns die objek­te, zeich­nun­gen und video­ar­bei­ten, aber auch die per­for­man­ces und par­ti­zi­pa­ti­ven pro­jek­te eines künstlers, der bereits seit mit­te der 1990er-jah­re über die heu­te viru­len­ten fra­gen nach­denkt: „es geht um das ver­hält­nis des men­schen zu sich selbst sowie zu ande­ren lebens­for­men, sei­ne hybris und arro­ganz, hier­ar­chien und blindheiten.“
dr. ralf f. hart­mann, kul­tur­amt spandau