21.04 ++ o ++

lichthaus arnsberg

im lichthaus arnsberg ist diesen juli die solo-schau ++ o ++ des künstlers reiner maria matysik zu sehen. auf abstrakter, bildhaue­ri­scher ebene behandelt der künstler hier den einfluss des menschen auf den kreislauf der natur und die daraus resul­tie­renden konse­quenzen. matysiks fokus richtet sich dabei insbe­sondere auf das wasser. das lässt auch der
ausstel­lungs­titel erkennen, der formale elemente der chemi­schen formel h2o – nämlich kreuz und kreis – aufgreift. im zentrum der instal­lation steht die alumi­ni­umskulptur wolke, die im rahmen des emscher­kunst-projektes fluss wird wolke entstanden ist. dafür entwi­ckelte der künstler 2013 eine wolken­ma­schine und instal­lierte sie an einem abwas­ser­freien abschnitt der emscher. der fluss stieg dort – nach matysiks eingriff, der sich als künstlerischer kommentar zu den renatu­rie­rungs­maß­nahmen im ruhrgebiet lesen ließ – kurz vor seiner mündung in den rhein als wolken­bil­dender wasser­dampf auf. auch die alumi­ni­umskulptur war in diesem zuge zu sehen. statt zu schweben, liegt sie im arnsberger lichthaus nun schwer und unbeweglich auf dem boden und wird so zu einer metapher für die gefahren, die der mensch­liche eingriff in die empfind­lichen ökosysteme und wasser­kreis­läufe birgt: die folgen, die schad­stoff­be­las­teter oder ausblei­bender regen nach sich ziehen, sind bekannt. in der instal­lation lässt sich durch die glasskulp­turen bifur­kation, einschnürung und wechsel­stän­diges aus der werkserie trübung von 2017, die mit wasser gefüllt und auf baugerüsten positio­niert sind, ein weiterer bezug auf flüsse erkennen. so bezeichnet der begriff ‚bifur­kation‘ die verzweigung eines fließenden gewässers in zwei unter­schied­liche fluss­systeme. die gerüste verweisen zudem auf die baumaß­nahmen, wie beispiels­weise die anlage von kanal­sys­temen, fluss­be­gra­di­gungen oder staudämmen, mit der sich die
menschheit seit der entstehung der ersten siedlungen die enorme kraft des wassers zu nutzen macht. jede skulptur lässt zudem den ewigen kreislauf des wassers – den sich ständig wieder­ho­lenden wechsel der aggre­gat­zu­stände zwischen verdunstung und
konden­sierung – anschaulich werden. mit ++ o ++ zeigt reiner maria matysik auf bildhaue­ri­scher ebene wie fragil die welt ist, in der wir leben und wie schnell sich die gewohnte umwelt durch verant­wor­tungs­loses handeln ändern kann. das impli­ziert, unter anderem, dass sich unser umgang mit wasser als kostbarer und lebens­not­wen­diger ressource grund­legend ändern muss. trockenheit und dürre gehören durch den mensch­be­dingten klima­wandel auch in unseren breiten­graden längst zu den tages­ak­tu­ellen themen – man betrachte sich nur eine lokale und bereits sichtbare folge, nämlich das fichtensterben im arnsberger wald.

in the lichthaus arnsberg this july the solo show ++ o ++ by the artist artist reiner maria matysik. on an abstract, sculp­tural level, the artist deals with the influence of man on the cycle of nature and the resulting conse­quences. matysik’s focus is, parti­cu­larly on water. this is also reflected in the exhibition’s title of the exhibition, which picks up formal elements of the chemical formula h2o - namely at the centre of the instal­lation is the aluminium sculpture wolke, which was created within the framework of the emscher art project. the artist developed a cloud machine in 2013. he installed it on a section of the emscher river. the river rose up to the sky as clouds. the aluminum sculpture could also be seen in this process. instead of floating, it now lies heavily in the arnsberg lichthaus, it lies heavy and immobile on the floor and thus becomes a metaphor for the dangers of human inter­vention in sensitive ecosystems and water cycles.
ecosystems and water cycles: the conse­quences of polluted rain or lack of rain are well known. in the instal­lation, the glass sculp­tures bifur­cation, constriction, and from the work series trübung from 2017, which are filled with water and positioned on and positioned on scaffolding, another reference to rivers can be discerned. the term ›bifur­cation‹ refers to the branching of a flowing body of water into two different river systems. the scaffolding also refers to the construction work, such as the laying of the construction of canal systems, river strai­gh­tening, or dams, with which mankind has the enormous power of the water since the first settle­ments were built. the sculpture also illus­trates the eternal cycle of water - the constantly repeating cycle of water - the constantly repeating alter­nation of aggregate conden­sation - becomes vivid. with ++ o ++ reiner maria matysik shows on a sculp­tural level how fragile the world is, in which we live and how quickly we live in and how quickly the environment we are accus­tomed to can change through irrespon­sible behavior. this implies, among other things, that water as a precious and vital resource. drought and aridity are part and parcel of the human drought have long been part of the daily news, even in our latitudes have long since become topical issues - just look at one local and already visible conse­quence and already visible conse­quence, namely the death of spruces in the arnsberg forest.